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Seminarstraße / Dresden

Seminarstraße / Dresden

LEITGEDANKE UNSERES ENTWURFS:

Ausgangspunkte für den Entwurf sind unsere Auffassung von Architektur im städtebaulichen Kontext des Quartieres Friedrichstadt, die Auseinandersetzung mit dem heutigen Ort im Zusammenhang mit der Reflektion der historischen Bauentwicklung und der vorgesehenen Nutzung. Der Fokus liegt hierbei in der Bewahrung des städtebaulichen Maßstabs durch das Aufgreifen der prägenden Proportionen und Fassadentypologien der Umgebung.

 

DER ENTWURF:

Die Bestandsbauten der Seminarstraße weisen mit ihren Schenkellängen eine völlig andere Grundproportion als die der Adlergasse auf. Die Fassaden bilden zusammen mit dem Straßenraum insgesamt eine Großmaßstäblichkeit, auf welche der Entwurf gezielt eingeht.
Mit optisch aneinander anschließenden Häusern soll sich die quartiersbildende, kleinteilige Bauweise der Adlergasse in der Gebäudefront wiederspiegeln. Die ursprüngliche Parzellierung der Grundstücke soll sich in der Fassade abbilden, die durchgängige Nutzung, welche die gesamten Grundstücke einnimmt, soll hierbei nicht verleugnet werden. Die Fassade auf der feingliedrigen Adlergasse unterteilt sich daher in 5 ablesbare Häuser, welche die vorhandene Kleinteiligkeit des Bestandes aufnehmen.
Auf der Seminarstraße wird das Stadtensemble um 1 Baukörper mit eindeutigen Zäsuren und erkennbaren gleichen Gestaltungsmitteln in der Fassade ergänzt, um der angrenzenden und großmaßstäblichen Gegenüberseite einerseits gerecht zu werden und um als markantes Gebäude die offene Ecke des Blockrandes zu schließen.

Als Eckgebäude mit drei ablesbaren Höhenabstufungen entlang der Straßenverlaufs und miteinander verbundenen horizontalen Fensterbankgesimsen reagiert es hierbei auf sein verziertes Gegenüber, jedoch schlichter. Durch diese gestalterische Abwandlung im Grundprinzip wird eine Parzellierung erreicht, ohne einer Nutzung grundverschiedene Fassaden zu geben. Unterstützt wird diese Wirkung durch die Farblichkeit und Struktur der Fassade und die Ausrichtung der Fenster, die im unsymmetrisch angeordneten Zusammenspiel mit stehenden, geschlossenen Lüftungsflügel eine vertikale Richtung betonen. Eine stimmige Maßstäblichkeit und Feinabstufung der Geschosse tragen zur eleganten Erscheinung des Baukörpers bei und formuliert bewusst als wohlproportionierter „Stadtbaustein“ eine markante Erscheinung als Kopfbau und bewältigt den Übergang zur vorhandenen Bebauung in den beiden Straßenzügen.

Im Quartier ist das bestehende Fassadenrelief geprägt durch Putzfassaden mit unterschiedlich ausgeprägten Vor- und Rücksprüngen, Sockel, Gurtgesimsen, Pilaster, Lisenen, Faschen, Umrahmungen, Verzierungen, Erkermotiven und vielfältigen stehenden Fensterformaten. Eine Vertikalität und horizontale Zonierung der Baukörper sind hierbei gestalterisch bestimmend.

Die neuen Fassaden sind mit einer klassischen horizontalen Gliederung in Sockel (Erdgeschoss) und Schaft (Obergeschosse) geplant. Die Oberflächen bestehen aus einem Wärmedämmverbundsystem. Die Sockelzone wird betont abgesetzt und ist vereinzelt zusätzlich mit unterschiedlichen Natursteinplatten und Keramischen Materialien in Modularen Formaten bekleidet.

Die Putzfassaden besitzen zur vertikalen Differenzierung eine unterschiedlich Beschaffenheit in der Oberfläche durch gebürstete Madelierputze, zum Beispiel als Glattputz, Besenstrichputz und Kratzputz. Die Farbigkeit der Putzoberfläche ist in unterschiedlich gedeckten Naturfarbtönen und in einem untereinander abgestimmten Farbklima geplant. Fensterfaschen und Sockel erhalten zur Farbigkeit der Putzflächen der Hauptbaukörper abgesetzte Farben.
Eine bewusste Ausformulierung der Erdgeschosszonen mit Sockel, Simsen, stehenden Fenstern, verschiedener Materialität der verwendeten Baustoffe, Farbabstufungen an den Fassaden und Fenstereinfassungen sowie unterschiedlich ablesbare Fensterachsen, Sockel- und Erdgeschosshöhen gliedern die Fassaden. Das bestimmende Material ist vorrangig Putz mit untereinander differierenden Strukturoberflächen sowie verschiedene Naturstein- und Keramikmaterialien im Sockel- und Erdgeschossbereich.

Die an die Tradition der Bürgerhäuser erinnernde Vertikale im Bereich des Schaftes wird durch leicht zurückliegende Faschen, unterschiedlich vorgesetzte Fensterbänke und geformte Elemente unterstützt. Die vertikale Gliederung kann weiterhin durch die Position von Regenfallrohren akzentuiert werden, dadurch ist eine optische Korrektur von Hausbreiten auf Übereinstimmung mit der gründerzeitlichen Bebauung möglich.
Der Entwurf nimmt ausdrücklich Bezug auf die Charakteristika der bestehenden Bebauung des Quartiers. Die neuen Fassaden finden Ihre Gegenspieler nicht in denen der angrenzenden Objekte, sondern in den jeweils gegenüberliegenden Fassaden. Unsere Entwürfe gehen mit ihrer Gestalt und ihrer Materialität auf das bestehende Umfeld ein und sind eigenständig und neu ablesbar, ohne als Fremdkörper zu wirken. Durch diese Vielfältigkeit gewinnt das Quartier an Lebendigkeit und wird gleichzeitig zusammengehalten durch die einheitliche städtebauliche Prägung der Volumina.